| Danke, BILD!!! |
|
|
| Thursday, 14. January 2010 | |
|
Wehret den Anfängen...! Wie einige wenige Radio-Redakteure derzeit dabei sind, eine ganze Branche auszurotten! Und warum smago! der BILD-Zeitung (in jedem Fall BILD Erfurt) zu größtem Dank verpflichtet ist...: (Diesen Artikel können Sie HIER nachlesen.) Bereits am Samstag, den 9. Januar 2010 griff die BILD-Zeitung - zumindest regional - dieses Thema auf, sprach zwar zunächst von einer "Hetze gegen MDR-Chef" ("Seit Radio Thüringen keine aktuellen Schlager mehr spielt, wird Programmchef Matthias Gehler im Internet beschimpft"), stellte sich dann aber im Grunde genommen auf unsere Seite. Matthias Gehler hatte in einem Kurz-Interview mit BILD den smago! Bericht vom 8. Januar als "eine Unverschämtheit" bezeichnet ("Wir machen unser Programm für die Hörer, nicht für die Industrie!"). Die meisten neuen Schlager fielen gnadenlos durch. Und die absoluten Lieblings-Hits der MDR 1 Radio Thüringen-Hörer seien "San Francisco" von Scott McKenzie und "Jugendliebe" von Ute Freudenberg. Doch dann schreibt BILD-Redakteurin Simone Windhoff: "Wirklich?" - und zitiert einige Beiträge aus dem smago! Gästebuch, darunter auch den von Hans Peter Sperber ("Ich empfehle allen Thüringern, sich beim Geschäftsführer und bei der Ministerpräsidentin zu beschweren") sowie von "Schlagerfan": "Armes Deutschland, in dem man nicht mehr deutsch singen darf". Es geht hier jetzt überhaupt nicht darum, nach außen damit zu prahlen "juchhu, smago! steht in der BILD-Zeitung" (besten Dank auch für den Screenshot-Abdruck der smago! Seite vom 08.01.) - schließlich kam uns vor einiger Zeit schon einmal die Ehre zuteil, von BILD (sogar bundesweit!) mit auf deren "in"-Liste gesetzt worden zu sein. Sondern es geht schlicht und ergreifend darum, dass einige wenige Radio-Redakteure, die partout dem deutschen Schlager an die Gurgel wollen, derzeit auf dem besten Wege sind, viele tausend Arbeitsplätze zu vernichten. Ganz offensichtlich sind sich auch viele Interpreten der Tragweite dieser aktuellen Entwicklung überhaupt nicht bewusst. Wie bitte soll der Schlager "überleben", wenn - wie jetzt bei MDR 1 Radio Thüringen - bis auf die wöchentliche Hitparade keinerlei neuen Titel mehr im laufenden Programm gespielt werden? Also auch keine neuen Titel mehr von Vicky Leandros, Helene Fischer, Andrea Berg, Andreas Martin, Christian Lais und wie sie alle heißen... Ach ja - und eines noch...: Die Eingabe der Redaktionen, dass sie frei in ihrer Programmgestaltung sein müssen, lassen wir nicht gelten, denn der Rundfunkstaatsvertrag schreibt im § 11, Abs. 1 und 2 vor, dass alle Kultur- und Unterhaltungseinrichtungen berücksichtigt werden müssen. Also auch die circa 40 % der Hörerinnen und Hörer, die gerne Schlager und Volksmusik hören. "Die Programmvielfalt muss gewährleistet sein", heißt es darin. Ist sie aber längst nicht mehr. Und der Nachwuchs wird auch nicht mehr gefördert. Die logische Konsequenz: Tausende von Arbeitsplätzen (in erster Linie denken wir hier an die Komponisten und Textdichter, die - gerade auch kleineren - Plattenfirmen und Verlage) stehen auf dem Spiel, werden einfach vernichtet, weil einige wenige Redakteure nach auf einen mittlerweile fast überall gängigen 08/15-Einheitsbrei "umschwenken". Wie bitteschön will man zehn bis fünfzehn Jahren sein Programm gestalten, wenn man rein gar nichts Neues mehr nachkommen lässt? Mal ganz dumm gefragt...: Wenn ohnehin die einzelne Programme der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten immer austauschbarer werden und teilweise nur noch 300 internationale und 100 deutsche Titel ("Oldies" natürlich!) in der Rotation sind, warum gönnt man sich dann noch den Luxus, sich teure "Musik-Redaktionen" zu leisten? Im Grunde genommen könnte doch eine einzelne Person dann auf 400-Euro-Basis alle ARD-Programme mit dieser Musik bestücken. (Dass es natürlich nach wie vor einige rühmliche Ausnahmen gibt, ist natürlich auch klar...) Auf größtes Unverständnis stößt die Entscheidung des Herrn Gehler, aktuelle(Schlager-)Titel aus seinem Programm zu verbannen, auch deswegen, weil gerade MDR 1 Radio Thüringen eine enorm wichtige Anlaufstation auch und gerade für neue Namen war, von denen es einige mittlerweile auch tatsächlich geschafft haben, in die 1. Bundesliga aufzusteigen. Und - mal ganz ehrlich - möchten Sie alle Nase lang auf "Ihrem" Programm "Er gehört zu mir" von Marianne Rosenberg oder "Ich will 'nen Cowboy als Mann" von Gitte hören? Sind die Zeiten, als "das Radio" noch Hits gemacht hat, jetzt völlig passé? Sie sind sich hoffentlich darüber bewusst, dass die Produktion neuer Tonträger (von der Vermarktung einmal ganz zu schweigen) eine ganze Stange Geld kostet. Wie sollen die Künstler und die Plattenfirma denn bitte in Zukunft ihre neuen Produktionen finanzieren, wenn nach und nach schier alle Präsentationsmöglichkeiten wegbrechen? Nur was dagegen tun??? Hier ist guter Rat wirklich teuer! Manfred Knöpke, 1. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlager und Volksmusik e.V. (kurz: ADS) hatte in seiner am 11. Januar 2010 auf www.smago.net veröffentlichten Gast-Kolumne zum Thema ("Wieder ein öffentlich-rechtlicher Sender, der den Schlager verbannt" - HIER nachzulesen!) bereits einige konkrete Vorschläge gemacht. Nur: Mit einem - wie auch immer gearteten - "Boykott der GEZ" würde man im Prinzip ja auch die Sender bestrafen, die sich dem deutschen Schlager verschrieben haben. Aber gleichzeitig würden sich diese Sender bei den anderen bedanken, dass durch deren Ausscheiden die Einnahmen nicht mehr stimmen. Herr Knöpke führt hierzu aus:"Ich weiß nicht, ob ein WDR z. B. das auf sich sitzen lassen würde, dass er für die Arroganz anderer Sender bluten muss. Ich hatte aber auch ausgeführt, dass es eigentlich einen Weg geben müsste um die 'Schlagersender' finanziell anders zu unterstützen. Aber eines ist auch klar...: Wir sind keine Bittsteller, sondern wir haben auch Rechte lt. Rundfunkstaatsvertrag. Zunächst einmal schreibt der Rundfunkstaatsvertrag § 11 Abs. 1 + 2 vor, dass alle Kultur- und Unterhaltungsrichtungen vertreten sein müssen. Das heißt auch der Schlager- und Volksmusikliebhaber hat ein Recht, dass seine Musik gespielt wird. Es ist keine Gnade der Sender, sondern ein verbrieftes Recht, dass die 35 bis 40 % der Bevölkerung ihre Musik hören können. Wenn sich ein Sender einen Klassik-Kanal leisten kann, ist es unbegreiflich, warum es keinen Kanal für fast die Hälfte der Bevölkerung gibt, die ja auch noch den Großteil der Gebühren aufbringt. Ein von wenigen erkanntes Problem ist aber noch wichtiger. Die Sender bringen durch ihren 'Schlagerboykott' ca. 10.000 bis 15.000 Jobs in Gefahr. Das beginnt beim Künstler, Komponisten, Textdichter, Produzenten, den Musikers, den Studios, den Promotern etc. und endet bei den Plattenfirmen. Von den englischen und deutschen Oldies gibt es keinen marktwirtschaftlichen Impuls, im Gegenteil: das Geld fließt zum großen Teil ins Ausland und ist 'verloren'. Für die Rettung von Opel ist man, auch in Thüringen, bereit, Milliarden auszugeben und hier werden, ohne Not, tausende Arbeitsplätze vernichtet. Man bekommt immer wieder das Argument, dass die Sender in der Programmgestaltung frei sein müssen, ohne Zwänge jeglicher Art. Aber sie sind an den Rundfunkstaatsvertrag ("Die Programmvielfalt muss gewährleistet sein", heißt es darin. Ist sie aber längst nicht mehr. Und der Nachwuchs wird auch nicht mehr gefördert!)gebunden und durch diese Missachtung gehen diese Jobs verloren. Im Übrigen gibt es für die öffentliche Hand immer das Gebot, Arbeitsplätze zu erhalten, denn sonst fallen diese Leute anschließend der Gemeinschaft zur Last. Vielleicht wird gerade das Problem der Arbeitsplätze von der Politik aufgenommen, damit die Rundfunkanstalten zur Einsicht gezwungen werden. Ich hoffe es jedenfalls für die Zukunft des Schlagers." |
| < Zurück | Weiter > |
|---|



