|
Mr. Hitparade und ADS-Medienpreisträger Dieter Thomas Heck war Erfinder der Goldenen Stimmgabel, Gastgeber der erfolgreichen ZDF-Benefizshow "Melodien für Millionen" – und was viele nicht wissen, auch Schlagersänger. Am 30. Oktober, und rechtzeitig zum 50-jährigen Tonträgerjubiläum erschien das Album "Heck is back!" mit vielen neuinterpretierten Klassikern. Zwar hat der Sänger Dieter (Thomas) Heck selbst nie das Licht der Single-Charts erblickt, in Liebhaberkreisen werden seine Aufnahmen jedoch zu hohen Preisen gehandelt.
 Aus seinen 34 Aufnahmen (im Zeitraum 1959 - 1970) hat sich Dieter Thomas Heck ein Dutzend Titel herausgesucht, die er komplett neu eingesungen und mit Joris Barsch Buhle (langjähriger Orchesterchef bei "Melodien für Millionen") und Herbert Böhme (hat bereits mit a-ha, Udo Lindenberg und den Prinzen gearbeitet) in völlig neue musikalische Gewänder gepackt. Mit dem Berlin Pops Orchestra and Chorus nahmen sie die wieder entdeckten Schlagerperlen im Hamburger Boogie Park Studio neu auf, verwendeten dabei hier und da historische Stilelemente und griffen nicht zuletzt tief in die elektronische Trickkiste. Auf diese Weise katapultierten sie die Klassiker aus der Frühzeit der bundesdeutschen Popmusik scheinbar mühelos mitten ins 21. Jahrhundert. Und siehe da: Speziell "Bye Bye Bambina" (ein Titel, der bereits 46 Jahre auf dem Buckel hat) entwickelt sich in den Diskotheken derzeit vom absoluten Geheim-Tipp (denn: wer hätte das für möglich gehalten... - "Mr. Hitparade" goes "Disco"...!) zu einem veritablen Club-Hit. Nicht minder "Club-tauglich": die äußerst raffiniert gemachte Neuaufnahme des 49 Jahren Heck-Titels "Schokoladenbraun". Weiter geht's mit "Haiti bei Nacht" (im Orginal aus dem Jahre 1961), "Zucker der Liebe" (1966), "Schöne Mädchen gibt es überall" (1964) und dem bereits erwähnten Kult-Titel "Komm mit nach Wuppertal" (1964), von dem seinerzeit - in Wuppertal - 12.000 Einheiten abgesetzt wurden (für die damalige Zeit eigentlich ein Voll-Flop, für die kleine Plattenfirma "Acondor" indes ein echter Segen und auch wahrer Gold-Regen), "Oh My Sweetheart, Valentine" (1966) und "Susie, oh Susie" (im Original nur: "Susie"; 1963). Wie gesagt: Alle Titel wurden komplett neu aufgenommen und auch vollständig neu von Dieter Thomas Heck eingesungen. Man kann es gar nicht oft genug betonen! Man hört - ja, man spürt förmlich - den Spaß, den Dieter Thomas Heck und alle an diesem Projekt Beteiligten bei den (neuen!) Studioaufnahmen hatten. So herrlich relaxt, so ultra-cool hat man den doch als eher konservativ-bieder verschrienen Entertainer noch nie erlebt. Das absolute Highlight ist ohne Frage die geniale Neuaufnahme des mittlerweile 50 Jahre alten Heck-Songs "Hippe di hop, mein Mädchen". Diese Neufassung kommt mit schier unbändiger Kraft daher. Herrlich relaxt hingegen kommt "Die Story von Golden Baby" daher, die uns Dieter Heck bereits vor 49 Jahren erstmals aufgetischt hat. Erst jetzt findet sie Gehör. Mit nicht minder gelungenen Neu-Interpretationen von zwei weiteren Hits aus der Mottenkiste, nämlich: "Lass die Leute reden" (1959) und "Sagenhaft" (1969), schließt sich der Kreis leider auch schon. Das heißt, noch nicht ganz. Die CD beinhaltet auch noch ein Medley und ein "Dance Medley" (als "Bonus Track"). In beiden Medleys werden noch einmal die Titel "Hippe di hop, mein Mädchen", "Schokoladenbraun" und "Komm mit nach Wuppertal" verbraten. |